Mögliche Schutzmaßnahmen an Straßen

Es wurden mehrere Maßnahmen zum Schutz von Amphibien beim Queren von Straßen entwickelt, wobei man prinzipiell zwischen einer permanten, also dauerhaften Schutzeinrichtung unterscheidet und einer nur zum Zeitpunkt der Wanderung aufgestellten, temporären Schutzmaßnahme. Bei all diesen Maßnahmen ist jedoch auch sicherzustellen, dass das Laichbiotop, zu dem die Amphibien wandern, erhalten bleibt!

Amphibienfolder des | naturschutzbund | NÖ (1,5 MB)
ÖGH Aktuell zum Thema (9 MB)

 

Permanente Leitanlagen

Permanente Leitanlagen (Tunnel-Leitanlage) dienen der dauerhaften Absicherung von Amphibienwanderstrecken. Dabei wird entlang der Straße eine Leiteinrichtung (meist Beton oder Stahlblech) errichtet, an der die Amphibien entlang wandern. In regelmäßigen Abständen finden sich Untertunnelungen der Straße, wo die Amphibien die Straße unterqueren können. Damit diese Tunnel oder Durchlässe auch wirklich angenommen werden, müssen sie ausreichend groß sein und eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen.

Logistische Probleme betreffend Betreuer und zeitlichen Vorgaben für regelmäßige Kübelentleerung bei temporären Systemen sind bei einer permanenten Anlage wesentlich reduziert. Auch das Problem mangelhaft aufgestellter temporärer Anlagen fällt weg.

Die RVS 04.03.11 schreibt vor, unter welchen Voraussetzungen solche Anlagen an Autobahnen und Schnellstraßen errichtet werden müssen und wie sie beschaffen sein müssen (auf Bundesstraßen).

Temporäre Schutzmaßnahmen

Bei einer Zaun-Kübel-Schutzmaßnahme wird entlang der Straße ein für die Amphibien unüberwindbarer Zaun aufgestellt. In Abständen (maximal 20 m) werden Kübel in den Boden eingegraben. Die Amphibien wandern diesen Zaun entlang und fallen in die Kübel. Die gefangenen Tiere werden von ZaunbetreuerInnen täglich am zeitigen Morgen auf die gegenüberliegende Straßenseite gebracht.

Die Amphibien wandern je nach Gebiet und Witterung etwa von Ende Februar bis Mitte Mai. Über diesen Zeitraum muss eine tägliche Betreuung (Kübel ausleeren, Kontrolle der Funktionstüchtigkeit des Zaunes, etc.) gewährleistet sein. Erst nach deutlicher Abnahme bzw. Erlöschen der Wanderaktivität soll die Anlage wieder abgebaut werden.

Temporäre Anlagen sind weit verbreitet und stellen vielerorts, auch an Straßen mit hoher Wanderaktivität, die einzige Amphibienschutzmaßnahme dar. Die Betreuung einer solchen Anlage ist sehr aufwendig: der Zaun muss jedes Jahr rechtzeitig aufgestellt werden, es braucht Personen vor Ort, die über mehrere Wochen hinweg, jeden Tag zeitig am Morgen die Kübel ausleeren, der Zaun muss täglich auf seine Funktionsfähigkeit hin untersucht werden. Ein weiterer Nachteil temporärer Systeme ist die Tatsache, dass die Rückwanderung der Amphibien bzw. der frisch verwandelten Jungtiere meistens wegen dem hierfür nötigen Aufwand nicht mehr abgesichert wird.

Weitere Maßnahmen

  • Anlage eines Ersatzbiotops: Dabei ist jedoch zu beachten, dass adulte Tiere ein Ersatzbiotop nicht wirklich annehmen. Hier kann nur eine neue Population mit Jungtieren oder Gelegen aufgebaut werden.
  • Grünbrücke: Anbindung mittels Leitanlage
  • Aufständerung statt Untertunnelung: Die lichte Höhe muss mindestens 0,6 m betragen.
  • Bordsteine, Gullys, etc. sind für Amphibien überwindbar zu gestalten (wirkungsvoll)
  • Straßensperren (sehr wirkungsvoll)
  • Umlenkung von Metamorphlingen und deren Prägung auf neue Gewässer. Das funktioniert recht gut, ist aber aufwendig. Die Adulten, auf das problematische Gewässer geprägten Tiere, können nicht umgeprägt werden und sterben dadurch meist aus.
  • Hinweistafeln mit Geschwindigkeitsbeschränkung

 

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