Rückblick: Green Belt Camp im zentralen Weinviertel

Wiederherstellung von Trockenrasen am Grünen Band Europa: Beim Green Belt Camp zeigen Freiwillige, wie es geht.

Sprung in den Heuhaufen am Bockstallberg © Naturschutzbund NÖ

In den artenreichen Trockenrasen am Grünen Band Europa im Weinviertel finden gefährdete Tier- und Pflanzenarten noch einen Lebensraum. Doch ohne Pflege drohen diese Lebensräume zu verbuschen oder zu verbrachen. Beim Green Belt Camp setzen sich junge Erwachsene aus aller Welt für den Schutz von Arten und Lebensräumen ein. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund NÖ zeigen sie, wie Wiederherstellung und Erhaltung wertvoller Trockenrasen in der Praxis funktionieren.

Das Grüne Band Europa ist ein einzigartiger Biotopverbund, der sich von Finnland aus entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs durch 24 europäische Länder bis zum Schwarzen Meer erstreckt. Er beherbergt eine Vielzahl an Naturschätzen, darunter die Trockenrasen im Weinviertel mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna. Im Raum Mistelbach beherbergen der Höllenstein bei Falkenstein, der Heidberg bei Wildendürnbach, der Schweinbarther Berg und der Staatzer Berg artenreiche Trocken- und Halbtrockenrasen. Diese Lebensräume sind wichtige Rückzugsorte für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Ohne eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung, drohen diese Lebensräume zu verbuschen und zu verbrachen – und damit geht auch die Artenvielfalt verloren.

Naturschutz in Aktion
Jedes Jahr im September packen junge Erwachsene aus aller Welt freiwillig mit an: Beim Green Belt Camp setzen sie sich gemeinsam mit dem Naturschutzbund NÖ für den Erhalt und die Wiederherstellung der besonderen Trockenrasen ein. Gemeinsam mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern wurden dabei die Trockenrasenflächen von Gebüschen und Gehölzen befreit, mitsamt der Wurzel. Auch gegen die Ausbreitung von invasiven Götterbäumen und Robinien ging man vor. All das sind Arbeiten, die nötig sind, um die Lebensräume der trockenheitsliebenden Pflanzen, Schmetterlinge, Heuschrecken und vieler anderer Lebewesen zu erhalten. Die Teilnehmer*innen des Camps reisen heuer aus Palästina, Slowenien, Deutschland, Polen, Belgien, Portugal, Frankreich, Griechenland und den Niederlanden nach Niederösterreich, um zu zeigen, wie es geht. Sie waren auf dem Campingplatz in Poysdorf untergebracht und rückten von dort aus zu den freiwilligen Arbeitseinsätzen aus.

Ihre Motivation für die Teilnahme war, sich für den Erhalt der Biodiversität einzusetzen, selbst etwas für den Naturschutz zu tun und Menschen mit denselben Interessen kennenzulernen. Neben den Arbeitseinsätzen blieb auch Zeit für gemeinsame Aktivitäten. So besuchten die Teilnehmer*innen Mikulov in Tschechien, lernten die Kellergasse am Galgenberg in Wildendürnbach, die Ruine Falkenstein sowie die Ruine in Staatz kennen. Sicherlich wird den Teilnehmer*innen auch die Weinviertler Gastfreundschaft in Erinnerung bleiben. Sie wurden zu Weinverkostungen, Heurigenjausen, Schnitzelessen und Pizza eingeladen.

Mehr zum Green Belt Camp


Das Green Belt Camp wird vom Naturschutzbund NÖ gemeinsam mit der Friedens- und Freiwilligenorganisation Service Civil International (SCI) Austria organisiert und erfolgen mit finanzieller Unterstützung von Land NÖ und Europäischer Union.

  

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