Bockstallberg

© Margit Gross

Der Bockstallberg in der Gemeinde Nappersdorf-Kammersdorf ist naturschutzfachlich gesehen einer der bedeutendsten Blumenberge im zentralen Weinviertel. Weithin sichtbar erhebt er sich wie ein mächtiger Kegel aus der umgebenden Tallandschaft.

  • Lebensraum: Trockenrasen
  • Gemeinde: Nappersdorf-Kammersdorf
  • Größe: 1,10 ha
  • Ankauf: 2020
  • Schutzstatus: keiner


Im 19. Jahrhundert noch durch großflächige Hutweiden und Weingärten geprägt, ist der Bockstallberg heute großteils bewaldet. Vor allem am Süd- und Westhang finden sich noch artenreiche Trockenrasen in verschiedenen Verbuschungsstadien. Durch die enge Verzahnung mit Gebüschen und dem Waldrand und dem dadurch bedingten Mosaik aus Offenland, Gebüsch, einzelstehenden, alten Bäumen und Wald ist der Bockstallberg eine Insel inmitten der intensiv ackerbaulich genutzter Landschaft im zentralen Weinviertel und ein Refugium für zahlreiche gefährdete Arten.

Wertvolle Flora
Bekannt ist der Bockstallberg für das besondere Vorkommen der seltenen Bunten Schwertlilie (Iris variegata) und des Federgrases (Stipa pennata). Jurasky (1980) dokumentierte seinerzeit besondere und gefährdete Raritäten wie das Knollenbrandkraut (Phlomis tuberosa), das Christusauge (Inula oculus­christi) und vier verschiedene Orchideenarten. Dies zeigt, dass die Trockenrasen am Bockstallberg aus Sicht des Naturschutzes sehr wertvoll sind.

Wertvolle Fauna
Neben zahlreichen Tagfalterarten (eine Erhebung wird in Kürze stattfinden) und einer reichen Vogelfauna ist der Bockstallberg auch Lebensraum von Reptilien. So konnten wir im Frühjahr eine sich sonnende Schlingnatter beobachten und haben uns darüber sehr gefreut. War dieses Vorkommen bisher noch nicht bekannt.

Schutz und Management

Bäume und Sträucher dringen jedoch zunehmend in die noch offenen Bereiche vor. Die noch offenen Flächen am Bockstallberg benötigen eine Pflege durch Mahd oder Beweidung. Andernfalls wird der Berg mit der Zeit vollständig von einem einheitlichen Trockenwald bedeckt sein. Die angekauften Flächen sollen als Lebensraum einer reichen Trockenrasenfauna- und -flora optimiert werden. Dazu müssen die Bereiche, die schon lange nicht mehr bewirtschaftet wurden, gemäht und entbuscht und das Mähgut abtransportiert werden. Im Anschluss an diese Erstmaßnahmen soll die Fläche entweder mit Schafen beweidet (sofern sich ein Schafbauer findet) oder jährlich gemäht werden.

Dokumentation mit Drohne

am 29. März 2021

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