Tümpelwiese bei Marchegg - Pulverturm

Tümpelwiese bei Marchegg - Pulverturm © Margit Gross

Das Naturdenkmal Tümpelwiese bei Marchegg ist das weltweit erste für Urzeitkrebse errichtete Schutzgebiet: der Feenkrebs Chirocephalus shadini kommt in Österreich nur hier vor. Zudem leben hier viele Amphibien und verschiedene Sandpflanzen.

  • Lebensraum: Sandrasen und Tümpel
  • Gemeinde: Marchegg
  • Größe: 1,4 ha
  • Ankauf: 1982
  • Schutz: Naturdenkmal

 

Einzigartige Feenkrebse

Wichtigstes Schutzgut in diesem Schutzgebiet ist die Feenkrebsart Chirocephalus shadini. Dieser Urzeitkrebs hat in den zeitweise nassen Mulden das einzige Vorkommen in Österreich, gleichzeitig ist es der westlichste Verbreitungspunkt dieser Art. Ein weiterer Urzeitkrebs, der Rückenschaler Lepidurus apus lebt ebenfalls in den überfluteten Senken. Der Amphibienreichtum ist mit dem Vorkommen von Teichmolch, Donau-Kammmolch, Rotbauchunke, Knoblauchkröte, Wasserfrösche (Rana esculenta, Rana lessonae) und Laubfrosch besonders hoch.

Die Vegetation wird in den Senken von Seggen- und Rohrglanzgrasgesellschaften aufgebaut. In den erhöhten Bereichen wächst ein magerer Sandtrockenrasen. Mit 21 österreichweit gefährdeten Blütenpflanzenarten ist die Vielfalt an Rote Liste-Arten im Naturdenkmal sehr hoch.

Schutz und Management

Die knapp über 1,4 ha große Tümpelwiese bei Marchegg beim alten Pulverturm wurde Mitte 1982 zum Naturdenkmal erklärt. Der Naturschutzbund NÖ hat Ende 1982 einen Anteil von 30,6 % an dieser Fläche erworben. Der Rest des Areals befindet sich im Besitz des Bundeslandes Niederösterreich.

Um der Verbrachung und Verbuschung des Sandtrockenrasens und der Verlandung der Tümpel entgegenzuwirken, muss das Gebiet regelmäßig gepflegt werden. Ein Beweidungsprojekt mit Galloway-Rindern wurde leider wieder eingestellt. Derzeit wird ein Teil der Fläche von einem Landwirt nach Naturschutzvorgaben gemäht, die stark reliefierten Bereiche um den Pulverturm werden gemeinsam mit freiwilligen Helfern händisch gepflegt.

Factsheet Tümpelwiese - Pulverturm (0,2 MB)
Auszug aus dem Katalog der Sanddünen und Trockenstandorte des österreichischen March-Thaya-Tales - Pulverturm (0,05 MB)

 

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