Galgenberg bei Oberstinkenbrunn

Galgenberg © G. Pfundner

Der Trockenrasen des Naturdenkmals Galgenberg bei Oberstinkenbrunn im nördlichen Weinviertel ist als "Blumenberg" bekannt und geschätzt. Kostbarkeiten wie Frühlings-Adonis, Großes Kreuzblümchen und der prächtige Diptam blühen hier.

  • Lebensraum: Trocken- und Halbtrockenrasen, Trockengebüsche, Saumgesellschaften
  • Gemeinde: Wullersdorf
  • Seehöhe: 346 m
  • Größe: 2 ha
  • Ankauf: 1974 und 2004/2005
  • Schutz: Naturdenkmal seit 1972

Bunte Blüten im nördlichen Weinviertel

Der aufgrund des Vorkommens vieler seltener und gefährdeter Pflanzenarten national bedeutende Trockenrasen Galgenberg bei Oberstinkenbrunn im nördlichen Weinviertel hat eine Größe von knapp 2 ha und wurde 1972 zum Naturdenkmal erklärt. Der Kernbereich des Naturdenkmals ist seit 1974 im Besitz des Naturschutzbund NÖ. Daneben gehören uns noch zwei kleinere Wiesen-Parzellen, die aber nicht Bestandteil des Naturdenkmals sind. Im Jahre 2004 konnten dank einer großzügigen Spende aus Vorarlberg weitere angrenzende Grundstücke angekauft werden.

Besondere Flora und Fauna

Der Galgenberg ist als „Blumenberg“ bekannt und geschätzt. 174 Pflanzenarten wurden in dem Gebiet dokumentiert, 33 davon werden in Roter Liste gefährdeter Pflanzen Österreichs geführt. Im zeitigen Frühling nach den Kuhschellen leuchten die Blüten der Frühlings-Adonis gelb aus der ergrünenden Vegetation hervor. Dann folgen die weißen Farbtupfer des Steppen-Windröschens, die gelben Blütentrauben des Niederliegenden Geißklees, die rosaroten Blüten des Großen Kreuzblümchen. Später dann die prächtige Blüte des Diptams, die silbrigen Schweife der fruchtenden Federgräser, die zarten blauen Blüten des Zotten-Leins. Zuletzt im September und Oktober verleihen dann noch Berg- und die Goldschopf-Aster dem Trockenrasen ein buntes Aussehen.

Seltene Schmetterlingsarten wie der Schwalbenschwanz (Papilio machaon), der Silbergrüne Bläuling (Lysandra coridon) oder der Mattscheckige Braun-Dickkopffalter (Thymelicus acteon) profitieren von dem Blütenreichtum am Galgenberg. Insgesamt konnten 30 Tagfalterarten im Gebiet festgestellt werden. Die Heuschreckenfauna ist am Galgenberg mit 14 dokumentierten Arten offenbar weniger stark vertreten als an vergleichbaren Trockenrasenstandorten des Weinviertels. Die Vogelfauna des Galgenbergs weist dagegen eine hohe Arten- und Individuendichte auf, 28 Arten wurden hier erfasst. Insbesondere Neuntöter, Sperbergrasmücke und Dorngrasmücke fühlen sich in dem strukturreichen Gebiet wohl und haben dort mehrere Brutreviere.

Schutz und Management

Charakteristisch für den Galgenberg sind Walliserschwingel-Trockenrasen und Fiederzwenken-Halbtrockenrasen. Zwischen den 1960er Jahren und dem Beginn des neuen Jahrtausends fand keine Beweidung mehr statt. Ab und zu wurden Teile der Trockenrasen abgebrannt. Diese unregelmäßige Pflege bewirkte eine immer intensiver voranschreitende Verbrachung und Verbuschung des Trockenrasens. Pflanzenarten, deren normaler Standort der Waldsaum ist, konnten auf großen Teilen des Trockenrasens Fuß fassen.

Das naturschutzfachliche Ziel am Galgenberg ist die Erhaltung eines Trockenrasen-Mosaiks mit Strauchgruppen, Einzelbäumen und Saumbereichen. Daher wurde 2001 nach zunehmender Verbrachung und Verbuschung mit einer extensiven Beweidung begonnen. Die Beweidung durch Schafe allein reichte aber nicht aus, um die Verbuschung hintanzuhalten. Die nachtreibenden Gehölze wie vor allem die Robinie müssen mehrere Jahre hintereinander zurückgeschnitten werden. Bereits 1999/2000 organisierte der Ortsvorsteher von Oberstinkenbrunn mit der Feuerwehr eine erste Schwendung von Gehölzen. Im Jahr 2005 gelang die Einbeziehung von angrenzenden trockenen Ackerflächen und Robinienaufforstungen durch Ankauf. Sie wirken als Pufferzone und haben sich durch entsprechendes Management mittlerweile zu interessanten (Halb-)Trockenrasen entwickelt. Heute wird das Gebiet nach einem vom Naturschutzbund NÖ erarbeiteten Pflegekonzept gemanaged. Angepasste Beweidung und regelmäßige händische Schendungsarbeiten mit Freiwilligen gewährleisten eine optimale Entwicklung des Gebietes.

Factsheet Galgenberg (0,2 MB)
Pflegekonzept für das Naturdenkmal Galgenberg (2,9 MB)
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